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Das solltest du beachten, wenn du Prints verkaufst!

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Hey Reader,

vielleicht hast auch du schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Prints, also Reproduktionen deiner Werke zu verkaufen.

Wieso auch nicht - bieten sie doch einen praktischen Einstieg für nicht so kaufstarke Kund*innen, ohne dabei die Wertigkeit deiner Originalkunstwerke zu verletzen.

Also gesagt, getan? Leider gibt es ein paar Hürden - vor allem rechtlicher und logistischer Natur - die du beachten solltest. Und genau um diese soll es heute gehen!

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Das solltest du beachten, wenn du Prints verkaufst!

Beim Verkaufen von Prints (oder jeglicher Reproduktionen) gibt es einige Fallstricke, die du als Künstler*in beachten solltest. Schauen wir uns deshalb einmal 4 häufige Problematiken an:

Problematik #1: Verpackungslizenz

Obwohl die Regelung bereits seit 2019 besteht finde ich es immer noch überraschend, wie wenige Künstler*innen überhaupt etwas von dem Wort "Verpackungslizenz" gehört haben.

Doch was ist eine Verpackungslizenz?

Hersteller und andere Vertreiber (zu denen Händler und eben auch verkaufende Künstler*innen gehören) sind verpflichtet, ihre ausgegebenen Verkaufsverpackungen an einem sog. dualen System zu beteiligen – d.h. für die Verwertung und das Recycling der von ihnen in den (Endverbraucher-) Kreislauf gebrachten Verpackungen zu sorgen.

Die Rede ist von Kartons, Luftpolsterfolien und allen üblichen Verpackungen, die du z.B. für den fachgerechten Versand deiner Werke verwendest.

Große Unternehmen haben hierfür ggf. eine eigene Müll- und Recyclingabteilung, als Einzelselbstständige*r bzw. Freiberufler*in ist das natürlich so nicht möglich...

...aus diesem Grund gibt es als Alternative lizenzierte Recyclingunternehmen, die für dich die Menge an Verpackungen, die du während eines Jahres eingebracht hast (oder wirst) gegen eine Lizenzgebühr stellvertretend recycelt. Je nach Menge sind das üblicherweise ca. 15-75€.

Dazu erwirbst du eine solche Verpackungslizenz bei einem dieser Unternehmen mit den angegebenen Mengen, und gibst diese Mengen schließlich auch in dem zentralen dt. Melderegister LUCID ein.

Insgesamt ist dieser Prozess in ca. 10 Minuten erledigt, und du bist vor allem rechtlich auf der sicheren Seite. Denn die Strafen können teils immens sein!

Übrigens: Selbst wenn du Kartons von anderen Lieferungen an dich als Privatperson wieder verwendest (für die ja in der Theorie ein anderes Unternehmen schon die Lizenz bezahlt hat) entbehrt dich das nicht zwangsweise von dem Erwerb einer eigenen Lizenz.

Denn du selbst musst nachweisen können, dass die von deinem 'Gewerbe' an einen Endkunden versendeten Verpackungen recycelt werden, und diesen Nachweis kannst du in der Praxis meist nicht von diesen anderen Unternehmen bekommen (oder der Aufwand dafür ist viel zu hoch).

Problematik #2: Archivqualität

Bevor du nun beginnst, über deinen eigenen Drucker Prints zu erstellen, solltest du auch eine weitere Problematik beachten:

Normale Drucker und v.a. herkömmlich-gebleichte Papiere enthalten Säuren, die über die Zeit in Kombination mit der UV-Strahlung der Sonne und den in der Farbe vorhandenen Pigmenten reagieren - und sie so Stück für Stück zersetzen.

Bestimmt hast du schon einmal einen alten Ausdruck in der Hand gehabt, der vergilbt oder sogar blass war - genau dieser Effekt sollte natürlich nicht bei den Prints deiner Kund*innen eintreten!

Achte deshalb darauf, entweder ein Druckverfahren mit Archivqualität zu verwenden, oder (um hohe Investitionskosten zu vermeinen) den Druck an einen besonderen Kunstdruck-Dienstleister outzusourcen.

Mein Tipp: Ich empfehle hier (nicht gesponsert) den Dienstleister Printspace, der in GB und Düsseldorf sitzt, weil es dort jede Menge Auswahl an tollen Papieren gibt.

Ich empfehle dir das Musterset zu bestellen (ca. 15€), in dem Prints mit allen Druck- & Papiervarianten enthalten sind. Das erleichtert dir den Entscheidungsprozess: https://www.theprintspace.com/de/musterset-fineart-papierauswahl/

(Für den ersten richtigen Druck habe ich zudem einen Gutschein, mit dem du 50% auf deine erste Bestellung bekommst: PLK5OXN )

Problematik #3: Größen, Portokosten usw.

Wenn wir schon bei dem Thema Materialien sind, ist natürlich auch z.B. die Größe deiner Prints eine Entscheidung, die strategisch zu treffen ist.

Ein Zentimeter hin oder her kann teilweise drastische Auswirkungen auf die Verpackung oder Versandkosten haben, und so mitunter deine Profitmarge enorm verringern.

Ein Beispiel: Ein Print der Größe 20 X 20 CM passt noch in ein festes Hartkarton-Kuvert und kann als Großbrief für aktuell 1,80€ versendet werden. In der Regel ist die Sendung in 1-2 Tagen bei deinen Kund*innen.

Ein Print im Format 30 X 30 CM hingegen geht nur noch als Paketversand, d.h. neben Kosten für einen geeigneten Karton erhöht sich das Porto auf über 5€. Auch verlängert sich die Lieferzeit um einige Tage.

Da es kein gesondertes Paketformat für Posterrollen gibt (und ich diese auch nicht für Prints empfehle) hat die Größe der Prints also direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit deiner Reproduktionen.

Außerdem beeinflussen natürlich auch Papierwahl und Druckverfahren den glänzenden oder matten Look deines Drucks, und damit auch das Aussehen deines Werkes (deswegen die Empfehlung mit dem Musterset).

Problematik #4: Steuer + Freiberufler vs. Gewerbe

Zu den Hürden rund um Materialien und Verpackungen kommt noch eine weitere Besonderheit im Vergleich zu den üblichen Original-Kunstwerken hinzu: Sie werden aus steuerlicher Sicht anders behandelt.

Denn der reduzierte Mwst.-Satz von 7% gilt nur auf Originalkunstwerke und z.B. nach Auffassung der Gerichte und Finanzämter nicht für kunsthandwerkliche Gegenstände (d.h. Kunstobjekte mit zusätzlicher Funktion wie z.B. Brieföffner).

Und auch nicht für Prints!

Dieser Unterschied ist mit der Kleinunternehmerregelung nach §19 Ust.-Gesetz für dich unerheblich, bist du jedoch mehrwertsteuerpflichtig, bedeutet das, dass du auf deine Prints den regulären Mehrwertsteuersatz von 19% erheben musst.

Und das bedeutet entweder höhere Nettopreise für den Kunden, oder eine geringere Marge für dich.

Außerdem bringt das natürlich auch eine andere Handhabung für Buchhaltung und Steuer mit sich. Denn oft ist hierfür auch eine gewerbliche An- bzw. Ummeldung nötig (Kosten bis zu 100€), da du dann in der Regel nicht mehr als Freiberufler giltst (der sich nur beim Finanzamt melden muss) sondern als 'klassisches' Gewerbe.

Ich empfehle dir daher dringend, vorher Rücksprache mit deinem Steuerberater oder Finanzamt zu halten.

Letzte Worte:

All' diesen Komplikationen zum Trotz kann das Anbieten von Prints eine wirklich positive Auswirkung auf deinen Erfolg als Künstler*in haben.

Und mit diesem ausführlichen Überblick bin ich mir sicher, dass du auch diese Hürden meisterst ;-)

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Verkaufst du bereits Prints deiner Kunstwerke? Wie sind bisher deine Erfahrungen?

P.S.: Dieser Ausschnitt ist Teil unseres ganzheitlichen Mentoring Programms, in dem wir Künstler*innen professionalisieren und strategisch zum Erfolg verhelfen.

Wenn du Hilfe beim Set-Up für Printverkäufe benötigst und deine Kunst regelmäßig verkaufen willst, melde dich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch an.

Wir freuen uns, von dir zu hören!


Liebe Grüße und nur das Beste,

Max Rübensal | CEO Smartist Academy

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